Trommeln aus Afrika zum Jubiläum

Männerdoppelquartett Eimsheim und Schütte-Chor aus Bückeburg konzertieren gemeinsam

mj. EIMSHEIM Was in Weinolsheim keimte, hat in Eimsheim Wurzeln geschlagen: die Freundschaft zwischen dem Männerdoppelquartett und dem Schütte-Chor aus Bückeburg. Vier Jahre nach dem letzten Besuch war der gemischte Chor aus Niedersachsen wieder Gast in Rheinhessen. Ein gemeinsames Konzert in der Eimsheimer evangelischen Kirche markierte den Höhepunkt des dreitägigen Besuches.

Zu Beginn und am Ende traten beide Chöre gemeinsam auf und sorgten so für stimmgewaltige Eckpfeiler eines großen Konzerts. Foto: hbz/Michael Bahr

Zu Beginn und am Ende traten beide Chöre gemeinsam auf und sorgten so für stimmgewaltige Eckpfeiler eines großen Konzerts. Foto: hbz/Michael Bahr

Der Chor, der nach seinem Dirigenten Jürgen Schütte benannt ist, rekrutiert sich aus Frauen und Männern, die vor gut 30 Jahren als Kinderchor unter dem Namen Schaumburger Märchensänger über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt waren. Die rund 200 Zuhörer in der voll besetzten Eimsheimer Erlöserkirche wissen um die Klasse der Niedersachsen. Mit Standing Ovations quittieren die Besucher, was sie erleben: geistliche Stücke wie die hervorragend gestaltete Psalmvertonung "Lobe den Herren, meine Seele" von Carl Martin Reinthaler ebenso wie das innige Spirtual "There is a balm in Gilead", bei dem Ute Rohrbach mit einem gefühlvollen Sopransolo glänzt.

Auf der Seite des Männerdoppelquartetts aus Eimsheim besticht Klaus-Dieter Reiß mit einem Tenorsolo im Spiritual "Oh Herr, welch ein Morgen". Die acht Eimsheimer Sänger zeigten eine Auswahl ihrer geitlichen und romantischen Werke, darunter auch neu einstudierte Stücke. Beim baltischen Volkslied "Segne und behüte" fördert Chorleiter Franz Josef Schefer mit seinem präzisen Dirigat das zu Tage, was die Qualität des Doppelquartetts ausmacht: einen nahezu perfekten Stimmenausgleich, selbst im Pianissimo-Bereich. Den effektvollsten Teil des Abends gestaltet der Schütte-Chor: Zum Klang afrikanischer Trommeln singen die Niedersachsen Spirituals in Kisuaheli; Lieder, die ihnen ein befreundeteter Priester aus Tansania geschickt hat. Wie im ganzen Konzert präsentiert sich der Schütte-Chor hochgradig professionell - fehlerfrei, dabei aber keineswegs in seelenloser Routine.

Eine schöne Geste gibt dem Konzert einen besonderen Rahmen: Eingangs und am Ende singen die Niedersachsen und die Eimsheimer gemeinsam, mal unter Schütte, mal unter Schefer. "Locus iste" von Bruckner und das "Ave Verum" von Mozart (Orgelbegleitung: Renate Stütz) werden zu stimmgewaltigen Eckpfeilern eines 90-minütigen Konzerts. Pfarrerin Anette Dodt dankte beiden Chören für das Konzert zum 100-jährigen Bestehen der evangelischen Kirche.

Im Dorfgemeinschaftshaus feierten Eimsheimer und Bückeburger anschließend gemeinsam bis tief in die Nacht. Den Besuch in Rheinhessen rundeten eine Stadführung durchs römische Mainz ab und eine Wanderung nach Weinolsheim, wo sich die Chöre vor sieben Jahren erstmals getroffen hatten.

Erschienen: Allgemeine Zeitung, 27.09.2006

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