Spirituals und Gospels mit Trommelklängen

Eimsheimer Doppelquartett und Schütte-Chor: Gemeinsamer Auftritt in der St.-Josef-Kirche / Restlos ausverkauft

Angefangen hat alles vor acht Jahren bei der Weinprobe eines Winzers in der Nähe von Mainz: Da lernten sich der Schütte-Chor und das Eimsheimer Doppelquartett kennen – am Sonnabend traten sie gemeinsam in der St.-Josef-Kirche auf, die bis auf den letzten Platz ausverkauft war.

Obernkirchen. Im ersten Teil des Konzertes in der Bergstadt brachten die Eimsheimer einige Lieder von Franz Schubert zu Gehör, jenem Österreicher, der einer der bedeutendsten Komponisten der Romantik war und Zeugnisse tiefster Gottesanbetung schuf. Natürlich durften im Paul-Gerhardt-Jahr auch Choräle dieses Geistlichen nicht fehlen, der nach Martin Luther zum herausragenden Schöpfer von Kirchenliedern wurde.

Ergreifend ist immer wieder der häufig zum Abschied vom irdischen Lebensweg erklingende Choral „So nimm denn meine Hände“ von Friedrich Silcher, dem großen Förderer des deutschen Chorwesens. Inbrünstig vorgetragen waren auch das „Lobe den Herrn“ und das Sanctus „Heilig“ von Franz Schubert, ein bei katholischen Messen erklingender liturgischer Lobgesang. Danach kam es beim Kirchenlied „Ich singe Dir mit Herz und Mund“ zum Wechselspiel zwischen dem Doppelquartett und der Gemeinde, die auch einige Strophen sang und dabei an der Orgel begleitet wurde.

Für afrikanisches Feeling in der St.-Josef-Kirche sorgte Daniel Ellermann (links), der einige Passagen des Schütte-Chors mit Getrommel begleitete. Foto: sig

Für afrikanisches Feeling in der St.-Josef-Kirche sorgte Daniel Ellermann (links), der einige Passagen des Schütte-Chors mit Getrommel begleitete. Foto: sig

Mit einem Spiritual und einem baltischen Volkslied mit religiösem Inhalt endete der eigene überzeugende Beitrag der Eimsheimer zu diesem Konzert. Der Schütte-Chor ließ zunächst den Psalm „Lobe den Herrn, meine Seele“ erklingen und etwas später das immer wieder als ein Art Marien-Andacht unter die Haut gehende „Ave Maria“ von Sergej Rachmaninow.

Mit „All meine Gedanken“, von Brahms komponiert, und der beliebten Volksweise „In einem kühlen Grunde“ nahm der Schütte-Chor seinen musikalischen Faden nach der Pause wieder auf und schaffte damit den Übergang zu den Spirituals und Gospels. „This little light of mine“ wirkte zunächst als eine demutsvolle Selbstbescheidung, steigerte sich aber schließlich zu einer überschäumenden Anbetung.

Organist Daniel Ellermann begleitete den Chor bei zwei Gospels mit einer afrikanischen Trommel. Das „Siyahamba“ aus Südafrika setzte diesem Programmteil die Krone auf. Das von Jürgen Schütte geleitete Ensemble machte spür- und erlebbar, wie befreit sich Menschen fühlen müssen, die im Lichte Gottes stehen.

Mit einer Komposition von Anton Bruckner hatten beide Chöre das Konzert eingeleitet. Mit dem „Ave verum“ von Mozart und der singend vorgetragenen Bitte „Bis wir uns wieder sehen, möge Gott seine schützende Hand über uns halten“ ließen sie es gemeinsam ausklingen. Beide Ensembles führten die Besucher über viele Höhen zu der Erkenntnis, dass solcher Chorgesang Herz wie Gemüt erreicht. sig

© Schaumburger Nachrichten, 25.09.2007

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