Presse-Kritik zum Auftaktkonzert "Ein Weg der Hoffnung"

Gesungene Reise spannt den Bogen von Schaumburg nach Schaumburg

Abenteuerliche Auswanderer-Geschichte mit Schütte-Chor und MGV
Von Dietlind Beinßen

Bückeburg. Beim 7. Konzert des "Schaumburger Musikfestes" in der Kirche St. Marien haben der "Bückeburger MGV v. 1841" und der "Schütte-Chor" anhand einer abenteuerlichen Reise getreu dem Motto der Veranstaltungsreihe musikalische Brücken zur neuen Welt geschlagen und ihr Publikum emotional berührt.

Dieser Abend unter dem Titel "Ein Weg der Hoffnung" war bemerkenswert: Mit dem "Männerchor" (Leitung Olga Otkupchyk) und dem "Schütte-Chor" (Leitung Jürgen Schütte) traten zwei sehr unterschiedlich strukturierte Formationen zusammen auf. Auswandererlieder, Spirituals und Folklore schufen den musikalischen Kern des Programms, dessen Rahmen eine fiktive Geschichte von Gustav, dem Schaumburger Auswanderer, bildete.

Kerstin Thieler und Hans-Jürgen Müller machten anhand von historisch interessanten Daten mit den einzelnen Stationen dieser aufregenden Tour vertraut, die 1852 auf einem Segelschiff in Bremerhaven begann, über Afrika in die neue Welt nach New Orleans führte und schließlich in Schaumburg, Illinois, glücklich endete.

In den Tonfolgen fiel es leicht, sich an den wie eine bunte Patchworkdecke zusammengehefteten, mal getragenen, mal fröhlichen Melodien zu erfreuen. Schöne Stimmen, Transparenz und die erfrischende Natürlichkeit der Sängerinnen und Sänger taten das ihre. Mit breitem Strich ließ Olga Otkupchyk die durch klare Zeichensprache animierten Mannen mal einzeln, meist aber gemeinsam großflächige Stimmungsbilder malen. Zwischen süßlich, erhaben, lustig oder sentimental wechselte das Kolorit bei den vorgetragenen Weisen wie unter anderem "Ein stolzes Schiff", "Kum Ba Yah, My Lord", "Swing Low, Sweet Chariot" oder dem lebhaften "The Animals A-Comin".

Jürgen Schüttes enge Verbundenheit mit seinem immer beeindruckendem Ensemble übertrug sich nicht nur in den von mannigfachen Ausdrucksnuancen und wohltimbrierten Soli geprägten amerikanischen Spirituals und Werken aus der neuen Welt – man denke an "Nelly Bly" und den flotten "Dixie" – sondern erst recht in von zwei Trommeln begleiteten Stücken aus Afrika. Bei "Tunaye Yesu Kiongozi", "Siyahamba" und "Nitamhimidi Bwana" konnten die Akteure einmal mehr Vielfältigkeit zeigen. Mit Verve und Gespür verstand es das Team, auf die entsprechenden Schärfungen von Farben und rhythmischen Reizen zu verweisen und übersetzte die ins Blut gehende Klangsprache ausgesprochen plastisch und geschmeidig.

Das effektvolle Panorama endete gefühlsbetont in einem gut besetzten Kirchenschiff mit dem gemeinsam gebrachten "Nehmt Abschied Brüder", dem der "Schütte-Chor" noch einen "Irischen Reisesegen" hinzufügte.

Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung vom 21.09.2004

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