Vokal geschliffen, imponierend flexibel

"Swing low": Neue CD zeigt den Schütte-Chor und seine Gäste in brillanter Perfektion

Bückeburg (dis). Freunden des Schütte-Chores, besonders denen von Spirituals, Gospels und afrikanischen geistlichen Weisen, hat das qualifizierte Ensemble mit seiner neuen, brillianten CD "Swing low" ein klangvolles Geschenk gemacht.

Die interessante, recht ungewöhnliche Liedauswahl wird von gefühl- und temperamentvollen Akzenten gleichermaßen geprägt. Das eindringliche Wechselspiel fügt sich zu einem wohlgerundeten, ausbalancierten Gesamtkunstwerk, in dem Jürgen Schüttes Sängerinnen und Sänger ihre imponierende Flexibilität unter Beweis stellen. Neben einem hohen Maß an vokaler Geschliffenheit lassen die Interpreten immer auch eine ursprüngliche Freude durchblitzen - eine gewinnende Mischung aus Können und Natürlichkeit, die sich unter anderem in dem mit Verve verkörperten "I've got a shoes", dem bewegten "Didn't my Lord" oder dem schwingend-intensiv dargebotenen "Ev'ry time I feel the Spirit" bewährt. Stil- und ausdrucksvoll, ebenso sprechend wie ansprechend wiedergegeben, hört man darüber hinaus "Swing low", sweet Chariot", "Go Down, Moses", "Deep River", das zart gewobene "Were you there?", "Live a-Humble", "My Lord, what a Mourning", das lebhafte "Elijah Rock" und das melodische "This little light of mine".

Für Höhepunkte sorgen neben dem Schütte-Chor die Sopranistinnen Ute Rohrbach in "Nobody knows the Trouble" und dem sanglichen "There is a Balm in Gilead" sowie Maren Gassmann, Annette Mickley und Elisabeth Reineke, die sich alternierend "Sometimes I feel like a motherless Child", "Angels watching over me" und "Go, tell it on the Mountain" widmen. Die Mezzosopranistin Kerstin Thieler gestaltet obendrein einschmeichelnd "Oh Lord". Vielfarbige, leckere musikalische Bonbons serviert die Crew zwischendurch mit Spirituals vom befreundeten Komponisten Elias Kivulenge aus Fuizai in Tansania. In den von Klaus Rohrbach (Kpanlogo) und Daniel Ellermann (Djembe) begleiteten Stücken wird ein Rhythmus beschworen, der selbst dem größten Ignoranten ein Fußwippen abnötigt.

Die Aufnahmen von Frank Suchland sind in der Mindener Auferstehungskirche Salem-Köslin entstanden, und Katrin Engelking hat für die Titel-Illustration eine ansprechende visuelle Komposition entwickelt.

Die empfehlenswerte Produktion gibt es für 14,90 Euro entweder bei Auftritten des Schütte-Chores oder seit gestern in Bückeburg im Musik Pelzing an der Langen Straße.

Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung, 15.11.2005

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